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Rehago | Symbolbild | Frau neben bewusstloser Frau am Boden ruft nach Hilfe

Was macht man bei einem Schlaganfall?

Schlaganfälle sind weltweit die zweithäufigste Todesursache. Sie kommen ohne Vorankündigung und werden oft zu spät erkannt. Rechtzeitiges Handeln kann Leben retten!

Der Schlaganfall – ein Notfall.

Bei einem Schlaganfall (fachsprachlich: Apoplex) kommt es zu einer akuten Minderdurchblutung eines Hirnareals. Wird das betroffene Hirngewebe über einen längeren Zeitraum nicht mit Sauerstoff versorgt, stirbt es ab. Ursache hierfür ist in der Regel eine verstopfte Hirnarterie, seltener kann auch eine Hirnblutung vorliegen.

Schlaganfälle gilt es rechtzeitig zu erkennen und zügig zu Handeln.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall? Das ist gar nicht so einfach!

Ein Schlaganfall ist ein echtes „medizinisches Chamäleon“. Betroffene zeigen sehr unterschiedliche Symptome, die sich im zeitlichen Verlauf wandeln können. Am häufigsten kommt es zu Lähmungen in den Armen, Beinen oder im Gesicht, aber auch das Sehvermögen oder sogar die mentale Verfassung können beeinträchtigt sein.

Alle Symptome haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Die Ausfallserscheinungen betreffen fast immer nur eine Körperhälfte! Während beispielsweise die linke Hand problemlos funktioniert, fällt der rechten Hand das Schreiben schwer. Viele Betroffene merken, dass alltägliche Aufgaben auf einmal nicht mehr gelingen wollen. Feinmotorische Tätigkeiten wie Zähne putzen oder Schuhe binden bereiten plötzlich große Probleme. Bei einem unbemerkten, einseitigen Sehverlust kann es sogar schwierig werden, Türrahmen zu durchlaufen oder es wird beim Gang durch die Wohnung ständig an Möbelstücken angestoßen.

Sämtliche Symptome, bei denen es erstmalig zu plötzlichen, halbseitigen Ausfällen kommt, sprechen für einen Schlaganfall.

Wenn Sie bei einer Person einen Schlaganfall vermuten, können sie den FAST-Test durchführen. Anhand dieses Schemas lassen sich halbseitige Ausfälle schnell feststellen; Jeder der vier Buchstaben steht hierbei für einen kurzen Test.

Rehago | Schlaganfall | FAST Methode 01 - Einleitung
Rehago | Schlaganfall | FAST Methode 02 - Face

F wie Face

Lassen sie die Person die Stirn runzeln, die Backen aufblasen und die Zunge herausstrecken. Stellen Sie Seitenunterschiede fest?

Rehago | Schlaganfall | FAST Methode 03 - Arms

A wie Arms

Kann die Person beide Arme heben (und halten)? Ist der Händedruck rechts und links gleich kräftig?

Rehago | Schlaganfall | FAST Methode 02 - Face

S wie Speech

Ist die Sprache klar und deutlich oder verwaschen? Sind flüssige Sätze möglich oder gleicht das Gesprochene eher einem Wortsalat?

Rehago | Schlaganfall | FAST Methode 02 - Face

T wie Time

Ist die Person zeitlich orientiert und kann Wochentag und Datum nennen? Auch der Beginn der Ausfälle sollte erfragt werden.

Im Zweifelsfall: 112

Sollten Sie bei sich oder einer Person in Ihrer Nähe Symptome mit erstmalig auftretenden, halbseitigen Ausfällen bemerken, ist Eile gefragt. Alarmieren Sie in jedem Fall zügig den Rettungsdienst über den europaweiten Notruf 112. Das Zeitfenster, in dem bleibende neurologische Schäden verhindert werden können, ist begrenzt. Wird ein Schlaganfall früh genug erkannt, stehen die Chancen gut und irreversible Schäden können minimiert werden.

Rehago | Symbolbild | Krankenwagen mit Blaulicht

Schlaganfallpatienten werden vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus mit einer „Stroke Unit“ transportiert. Das ist eine Abteilung, in der die für den Schlaganfall ursächlichen Blutgerinnsel entfernt werden können. Um eine Hirnblutung auszuschließen, wird eine CT-Aufnahme des Schädels gemacht. Wenn keine Blutung festgestellt wird und seit dem Beginn des Schlaganfalls nicht mehr als 4,5 Stunden vergangen sind (sog. Lysefenster), kann mit einer Lysetherapie begonnen werden. Hierbei werden stark blutverdünnende Medikamente gegeben, die das Blutgerinnsel im Hirn auflösen können.

Bedenken Sie immer: Je schneller der Betroffene ins Krankenhaus kommt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er keine schwerwiegenden Folgen erleidet. In der Notfallmedizin gilt der Leitspruch: „Time is Brain!“

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