Rehago

Therapieprodukt bei Lähmungen

Die thera­peutische Software

Gemäß der Medizinproduktrichtlinie (MDD) handelt es sich bei Rehago um ein medizintechnisches Produkt der Klasse 1.

Therapieprodukt bei Lähmungen

Die therapeutische Software

Gemäß der Medizinproduktrichtlinie (MDD) handelt es sich bei Rehago um ein
medizintechnisches Produkt der Klasse 1.

Was genau ist die therapeutische Software Rehago?

Rehago ist eine Virtual-Reality-Anwendung für selbstständiges Spiegeltherapie-Training bei Hemiparese oder Hemiplegie.

Rehago basiert auf einer interventionellen Methode namens Spiegeltherapie (MT) und Gamifizierung. Es macht sich auch die Vorteile der virtuellen Realität für ein hochgradig immersives Training zunutze. Die Spiegeltherapie ist eine effektive und evidenzbasierte Methode zur Behandlung neurologisch bedingter motorischer Dysfunktionen, insbesondere bei Schlaganfallpatienten mit Hemiplegie oder Hemiparese, um die beeinträchtigte obere Extremität zu trainieren und die motorische Funktion der betroffenen Seite zu verbessern. Gamifizierung wird in vielen Produkten eingesetzt, um die wiederholten und mühsamen Routinen in interessantere Routinen zu verwandeln, um die Anwender zur Erfüllung dieser Aufgaben zu motivieren.

Worin liegt bei der therapeutischen Software Rehago die Innovation?

Zeit ist für Schlaganfallpatienten während des Rehabilitationsprozesses der entscheidende Punkt. Je mehr Training die Schlaganfallpatienten insbesondere in den Wochen und Monaten nach dem Schlaganfall erhalten, desto besser ist die Prognose der motorischen Wiederherstellung. Mit Rehago können die Patienten ihre Rehabilitation nach dem Verlassen der Kliniken fortsetzen. Die spielerischen Übungen motivieren die Patienten zu regelmäßigem Training und leiten sie an, während sie ihre ADL-Fähigkeiten und ihre motorischen Grundfunktionen verbessern. Der Trainingseffekt bleibt erhalten und wird durch die aktive Teilnahme der Patienten an der Reihe der spielerischen Übungen in VR zu Hause sogar noch erweitert.

Aus welchen Komponenten besteht Rehago?

Therapeutische Spiele (Übungen)

Aktuell bieten wir für Rehago 7 verschiedene Übungen zum Trainieren an. Weitere Titel werden in den kommenden Monaten erscheinen.

Virtual Reality (VR) Brillen

Rehago wurde für s.g. Virtual-Reality-Brillen entwickelt. Es gibt viele unterschiedliche Brillen. Wir stellen Ihnen die Systeme ausführlich vor.

Die Rehago Therapeuten App

Ein Schritt in Richtung Teletherapie: Mit Hilfe der Rehago Therapeuten App können Patienten zukünftig ortsunabhängig betreut werden.

Ist Rehago CE-konform?

Rehago | Johner Institut logo

Ja, Rehago ist CE-konform und besitzt eine entsprechende Kennzeichnung.

Mit Unterstützung des Johner Instituts haben wir erfolgreich das Verfahren für die Zulassung zur Genehmigung als Medizinprodukt der Klasse 1 abgeschlossen. Somit können wir Rehago MDD-konform als medizintechnisches Produkt anbieten.

Indikationen für Rehago

Rehago ist ein innovatives Trainingssytem, das für verschiedene Symptome eingesetzt werden kann. Wie die Spiegeltherapie kann Rehago bei ausgeprägten

  • Armparesen (Hemiparese / Hemiplegie),
  • Neglect,
  • Spastiken,
  • komplexem regionalen Schmerzsyndrom (CRPS)
  • oder Phantomschmerzen
angewandt werden. Dabei wird die visuelle Stimulation durch die VR-Brille genutzt, um den betroffenen Arm zu trainieren. Im Folgenden sehen Sie die detaillierten Aufschlüsselungen nach Dr. med. Christian Dohles Artikel “Spiegeltherapie nach einem Schlaganfall“.
 

Der Erfolg des Trainings hängt dabei Maßgeblich von der Aufmerksamkeit des Patienten oder der Patientin ab. Rehago ist dafür so gestaltet, dass es auch mit kurzen Aufmerksamkeitsspannen, aphasischer Störung und Neglect verwendet werden kann. Die Übungen sind gleichzeitig ein intensives kognitives Training.

Patienten mit schwerer Armparese bis hin zur Plegie, vor allem der distalen Motorik. Wird die Spiegeltherapie hier noch mit einer passiven Bewegung der betroffenen Extremität kombiniert, ist zu erwarten, dass ihr Effekt den der Standardtherapie noch übertrifft. Sobald Funktionen abrufbar sind, sollte die Spiegeltherapie beendet werden und die erreichten Funktionen im Rahmen eines aktiven Trainings weiter beübt und ausgebaut werden. Somit kann die Spiegeltherapie beispielsweise dazu dienen, distale Funktionen aufzubauen, die dann im Rahmen des »Forced-Use«-Trainings weiter ausgebaut werden. (Dr. med. Christian Dohle)
Patienten mit motorischen Funktionen, die diese aber nicht abrufen können bzw. keinen Zugang zur betroffenen Extremität finden, insbesondere bei simultan vorliegenden sensiblen Defiziten oder schwerem Hemineglekt (halbseitige Einschränkung der Aufmerksamkeit). (Dr. med. Christian Dohle)
Phantomschmerzen können nur indirekt behandelt werden, da das betroffene Körperteil nicht mehr vorhanden ist. Die Spiegeltherapie ist dabei eine inzwischen bewährte Methode, die oft erstaunliche Erfolge erzielt.
Bei schmerzhaften Bewegungseinschränkungen zum Beispiel nach einem handchirurgischem Eingriff und insbesondere bei einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom. Dabei hat der Einsatz von Spiegeltherapie zwei positive Effekte:
  1. Sie ermöglicht des betroffenen Arms.
  2. Forschungen zeigen auch einen schmerzlindernden Effekt, der mit keiner anderen Behandlung erzielt wird.
Bei Symptomen wie eingeschränkter Beweglichkeit, Schmerzen oder Spastiken kann die Spiegeltherapie auch bei Multipler Sklerose eingesetzt werden. Die meisten Studien zu Spiegeltherapie wurden mit Schlaganfall-Patienten durchgeführt, doch auch bei MS gibt es vielversprechende Hinweise.

Kontraindikationen für Rehago

Kontraindikationen Spiegeltherapie

Gegen die Spiegeltherapie sprechen unter anderem:

  • unzureichende kognitive Fähigkeiten (ohne die der Effekt nicht funktioniert)
  • persönliche Ablehnung der Spiegeltherapie durch den Patienten
  • Bilaterale Paresen (Beidseitige Einschränkungen)
  • stark ausgeprägte Gesichtsfeldeinschränkungen, die das Training unmöglich machen
  •  bei Auftreten von unangenehmen Nebenwirkungen wie Schwindel, emotionaler Betroffenheit,

Kontraindikationen VR Brillen

Die Verwendung von VR Headset und Controller bringt Gesundheits- und Sicherheitsrisiken mit sich, welche der Hersteller Oculus in seinen Gesundheits- und Sicherheitswarnungen darlegt. Im Folgenden wird eine Zusammenfassung der Risiken, die vor der Nutzung der Rehago App über die VR Brille abgeklärt werden müssen, gegeben. 

Das Headset sollte nicht verwendet werden bei Müdigkeit, unter Alkohol- oder Drogeneinflüssen sowie deren Nachwirkungen, Verdauungsproblemen, emotionalem Stress, Angstzuständen, Grippe, Erkältung, Kopfschmerzen, Migräne oder Ohrenschmerzen, da dadurch die Anfälligkeit für Nebenwirkungen erhöht wird.
Headset und Controller enthalten Magnete und Bauteile, die Radiowellen aussenden, welche die Funktionen von elektronischen Geräten in der Nähe beeinflussen könnten. Falls der Nutzer oder die Nutzerin der-VR Brille einen Herzschrittmacher oder andere medizinische Geräte implementiert hat, muss sichergestellt werden, dass es nicht zu anhaltenden Interferenzen kommt.  Zudem sollte ein Sicherheitsabstand zwischen dem Headset und Controller mit dem medizinischen Gerät eingehalten werden.

Manche Personen (etwa 1 von 4000) könnten starken Schwindel, Krampfanfälle, Augen- oder Muskelzucken, oder Ohnmacht erleben, die durch Lichtblitze oder -muster ausgelöst werden. Dies könnte in der virtuellen Realität auftreten, auch wenn vorher nie einen Krampfanfall oder Ohnmachtsanfall erlebt wurde und keine Krampfanfälle oder Epilepsie in der Krankenvorgeschichte existieren. Personen, die solche Symptome erleben, sollten die Verwendung des Headsets unterbrechen und einen Arzt aufsuchen.
Kam es bereits zu einen Krampfanfall, Ohnmachtsanfall, oder anderen Symptome, die mit Epilepsie in Verbindung gebracht werden können, sollte dies vor der Nutzung des Headsets mit einem Arzt besprochen werden.

Die Verwendung kann zu Schmerzen in Muskeln, Gelenken, Nacken, Hand oder Haut führen, sowie Müdigkeit oder Symptome wie Kribbeln, Taubheit, Brennen oder Steifheit verursachen. Ist dies der Fall, sollte die Verwendung des Headsets unterbrochen werden und sich vor erneutem Gebrauch für einige Stunden ausgeruht werden. Bei anhaltenden Beschwerden oder den oben beschriebenen Symptomen sollte die Verwendung unterbrochen und ein Arzt kontaktiert werden.
Die Verwendung sollte sofort eingestellt werden, falls ein Nutzer oder eine Nutzerin eines der folgenden Symptome verspürt: Krämpfe, Bewusstseinsverlust, Überanstrengung der Augen, Augen- oder Muskelzucken, unwillkürliche Bewegungen, veränderte, verschwommene oder doppelte Sicht oder sonstige, auf das Sehen bezogene Anomalien, Müdigkeit, Orientierungsverlust, Gleichgewichtsstörungen, beeinträchtigte Hand-Auge-Koordination, übermäßiges Schwitzen, verstärkter Speichelfluss, Übelkeit, Benommenheit, Unwohlsein oder Schmerzen in Kopf oder Augen, Benommenheit, Erschöpfung, oder irgendwelche der Reisekrankheit ähnlichen Symptome.

Die Symptome einer Erfahrung der virtuellen Realität können einige Zeit anhalten und Stunden nach der Nutzung an Deutlichkeit zunehmen. Solche im Anschluss an die Nutzung auftretenden Symptome können neben den oben genannten Symptomen auch übermäßige Benommenheit und eine reduzierte Multitasking- Fähigkeit beinhalten. Diese Nach-Gebrauch-Symptome können alle vorher genannten Symptome einschließen, ebenso wie übermäßige Schläfrigkeit und eine verminderte Multitasking-Fähigkeit. Diese Symptome könnten ein erhöhtes Verletzungsrisiko darstellen, wenn Sie normalen Aktivitäten in der realen Welt nachgehen.
Das Headset steht in Kontakt mit der Haut und Kopfhaut. Die Verwendung des Headsets sollte unterbrochen werden, falls Schwellungen, Juckreiz, Hautirritationen oder Hautreaktionen bemerkt werden. Ähnlich wie beim Hand-Controller sollte die Anwendung eingestellt werden, wenn Hautreizungen oder -reaktionen beobachtet werden. Falls die Symptome anhalten, sollte ein Arzt kontaktiert werden.
Die vollständigen Gesundheits- und Sicherheitswarnungen der einzelnen VR Brillen Modelle finden Sie hier:

Kontraindikationen sonstige

Ist Rehago bereits als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGa) klassifiziert?

Nein, jedoch bereiten wir bereits den Bewerbungsprozess hierfür vor.

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Wann gilt ein Produkt als DiGa?

DiGA ist ein Medizinprodukt, das folgende Eigenschaften hat:

  • Medizinprodukt der Risikoklasse I oder IIa (nach MDR oder, im Rahmen der Übergangsvorschriften, nach MDD)
  • Die Hauptfunktion der DiGA beruht auf digitalen Technologien.
  • Der medizinische Zweck wird wesentlich durch die digitale Hauptfunktion erreicht.
  • Die DiGA unterstützt die Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder die Erkennung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen.
  • Die DiGA wird vom Patienten oder von Leistungserbringer und Patient gemeinsam genutzt.

Quelle: BfArM

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