Rehago

Medizinisches Phänomen

Was sind Phantom­schmerzen?

Infolge einer Amputation leiden Patienten häufig unter Schmerzen in einem Körperteil, der nicht mehr vorhanden ist. Dahinter steckt ein medizinisches Phänomen.

Medizinisches Phänomen

Was sind Phantom­schmerzen?

Infolge einer Amputation leiden Patienten häufig unter Schmerzen in einem Körperteil, der nicht mehr vorhanden ist. Dahinter steckt ein medizinisches Phänomen.

Was sind die Ursachen?

Die genauen Ursachen von Phantomschmerzen konnten in der Forschung noch nicht in Erfahrung gebracht werden, jedoch wird davon ausgegangen, dass es sich um ein komplexes psychophysisches Geschehen handelt. Die bestehenden Theorien basieren auf drei mögliche Ursachen.

  • Periphere Ursachen: Schmerzentstehung im Rahmen der Nervengeneration oder durch die Neurombildung
  • Spinale Ursachen: Schmerzentstehung im Rückenmark
  • Zentralnervöse Ursachen: Veränderte Schmerzwahrnehmung im Thalamus und Cortex

Es wird vermutet, dass trotz Amputation das Bild vom eigenen Körper fortbesteht – durch die Abtrennung endet die Weiterleitung aus dem abgetrennten Glied und in Folge dessen verändert sich das Reizmuster, welches über das Rückenmark ins Gehirn gelangt.

Was sind die Symptome?

Nach einer Amputation klagen Patienten häufig über Schmerzen – diese sind jedoch nicht dauerhaft, sondern kommen schubweise und haben einen stechenden, krampfhaften, schneidenden und brennenden Charakter.

In welchem Zeitraum nach einer Operation die Phantomschmerzen auftreten, ist unterschiedlich – sie können Tage, Wochen oder auch erst Monate nach der Amputation auftreten. Die meisten Patienten klagen innerhalb der ersten Tage nach der OP über Schmerzen.

Rehago | Phantomschmerzen
Rehago | Phantomschmerzen | Person mit Beinprothese
Rehago | Phantomschmerzen
Rehago | Phantomschmerzen | Person mit Beinprothese

Was sind die Therapie­möglichkeiten?

Je nach Intensität und Dauer der Schmerz­belastung kommen unterschiedliche Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten in Frage. Neben der medikamentösen Behandlung ist vor allem die Spiegeltherapie eine ziel­führende Methode.

Im Rahmen der Spiegeltherapie wird der Patient vor einen Spiegel gesetzt, die amputierte Gliedmaße wird hierbei jedoch verdeckt. Durch die Bewegung des gesunden Körperteils wird ein Abbild vor dem Spiegel erstellt. So entsteht beim Patienten die Illusion, dass die amputierte Gliedmaße noch vorhanden ist und der Patient die Kontrolle über diese hat. Die optische Illusion stimuliert die Regionen im Gehirn, die den Phantomschmerz auslösen, wodurch das Schmerzempfinden reduziert wird.
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