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Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose: Was ist das?

Multiple Sklerose, kurz „MS“, ist eine Autoimmunerkrankung. Durch die Erkrankung werden (körpereigene) Strukturen des zentralen Nervensystems angegriffen und zerstört. Die Ursachen der Erkrankung sind unklar, jedoch basieren Vermutungen auf den Einfluss von Lebensmittel- und Umweltfaktoren, wie zum Beispiel Vitamin-D-Mangel oder auch Zigarettenkonsum.

Das Denken sowie verschiedene Körperfunktionen durch die Übermittlung von Signalen über Nervenfasern werden durch das zentrale Nervensystem (ZNS) gesteuert. Diese Nervenfasern sind wie elektrische Kabel, welche von einer Isolierschicht umgeben sind, sogenannte Mark- oder Myelinscheiden.

In Folge von Entzündungen im zentralen Nervensystem (ZNS) entstehen Gewebeschäden, durch die Schädigung des Myelin entstehen Übertragungsfehler und daraus resultierende Symptome. Die betroffenen ZNS-Regionen äußern sich unterschiedlich: Gefühlsverlust, gestörtes Sehvermögen, Ermüdung, Kribbeln oder eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit.

Wie ist der Verlauf?

Da bei jedem Patienten andere Stellen im zentralen Nervensystem betroffen sind, ist der Vorhergang individuell. Je nach Verlauf wird zwischen schubförmigen und kontinuierlich fortschreitenden (progredienten) Formen von MS unterschieden.

Schubförmiger Verlauf

Bei den meisten Patienten beginnt die Erkrankung mit einem Schub.

Innerhalb von Stunden oder Tagen treten Beschwerden auf, die bis zu mehreren Wochen oder gar Monaten anhalten können. Hierbei wandern Entzündungszellen von der Blutbahn in das zentrale Nervensystem, wodurch es in der unmittelbaren Umgebung bestimmter Venen zu herdförmigen Entzündungen und Entmarkungen kommt, also dem Verlust von Hirn- und/oder Rückenmark. Außerdem kommt es zu Schäden der Nervenfasern.

Progredienter Verlauf

Beim progredienten Verlauf nehmen die Symptome immer weiter zu. Hierbei wird zwischen der primären und sekundären progredienten Verlaufsweise unterschieden.

Primär progrediente MS ist die schwerwiegendste Form von MS, denn sie schreitet stetig und rasch voran. Von Krankheitsbeginn an nehmen die Symptome in unterschiedlicher Geschwindigkeit ständig zu. Hierbei kann es zu vorübergehenden Besserungen und Stabilisierungen kommen.

Die sekundär progrediente MS beginnt schubförmig und führt zu einer kontinuierlichen funktionellen Verschlechterung, welche aber auch zu gelegentlichen Schübe und kleineren Remissionen (vorübergehender Nachlass der Symptome) führen kann.

Ein schubförmiger MS-Verlauf kann jederzeit in einen sekundären progredienten Verlauf übergehen, oft schon unmittelbar nach dem ersten Auftreten der Erkrankung.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Bei MS wird zwischen der Schubtherapie und der immunprophylaktischen Therapie unterschieden. Mit der Schubtherapie wird der akute Schub behandelt, mit der immunprophylaktischen Therapie soll die Anzahl sowie Schwere der Schübe reduziert werden. Die immunprophylaktische Therapie wird oft schon früh eingesetzt, denn mit ihr sollen spätere Behinderungen verhindert werden. Tritt ein Schub auf, wird beim Patienten hochdosiertes Cortison eingesetzt und je nach Erfolg wird die Dosierung erhöht. Führt dies zu keinem Erfolg, wird eine Blutwäsche durchgeführt.

Zur Vorbeugung von Schüben wird zwischen zwei Therapiestufen unterschieden, nämlich der „milder/moderater Verlaufsform“ und „(hoch)aktiver Verlaufsform“.

Basistherapie bei milder/moderater Verlaufsform

Bei der milder/moderater Verlaufsform werden Glatrimeracetat oder Beta-Interferone eingesetzt. Durch den Einsatz dieser immunmodulatorischen Medikamente werden geschädigte Prozesse gehemmt und schützende Prozesse des Immunsystems geschützt.

Eskalationstherapie bei (hoch)aktiver Verlaufsform

Ist der Verlauf bei einem Patienten stärker und schlägt dieser nicht auf die Basistherapie an, wird diese Therapie notwendig. Möglich ist hier eine monatliche Infusionstherapie, wodurch das Einwandern von Immunzellen (weiße Blutkörperchen) in die Entzündungsherde des ZNS verhindert wird.

Seit 2011 besteht durch das Medikament „Fingolimod“ eine weitere Behandlungsmöglichkeit – durch die Blockade eines bestimmten Rezeptors auf Immunzellen werden die Immunzellen in den Lymphknoten zurückgehalten und dadurch an der Einwanderung in das ZNS gehindert.

Seit 2013 wird der Wirkstoff „Alemtuzumab“ zur Therapie der schubförmigen MS bei Erwachsenen eingesetzt. Hierbei handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, welcher zur Elimination von Immunzellen im Immunsystem führt.

In seltenen Fällen werden auch Immunsuppressiva eingesetzt, wie sie bei einer Krebserkrankung in Frage kommen. Die Spiegeltherapie wird häufig als Begleittherapie eingesetzt.

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