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Morbus Parkinson – Wenn Bewegung nicht mehr funktioniert

Morbus Parkinson zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland sind etwa 220 000 Menschen betroffen, weltweit gibt es über vier Millionen Erkrankte. Im Folgenden erfahren Sie die wichtigsten Informationen zu der Krankheit.

Am 19. Juli 1996 entzündete der ehemalige Weltmeister im Boxen Muhammad Ali die olympische Fackel. Er bewegte sich langsam, seine Schritte wirkten auffallend klein. Seine Hände zitterten, ebenso sein Kopf. Später sagte Ali in einem Interview: „Meine linke Hand zitterte wegen Parkinson, die rechte vor Angst“.

Die Krankheit begleitete den Boxer über 30 Jahre lang. Am Ende starb er mit 74 Jahren an den Folgen der Erkrankung.

[Bild 1]: Der US-amerikanische Boxer Muhammad Ali erkrankte in den 1980er Jahren an Morbus Parkinson.

Wie entsteht Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine Krankheit, die das Nervensystem befällt. Die meisten Erkrankten sind bei Diagnosestellung 50 bis 60 Jahre alt. Bei den Betroffenen gehen im Gehirn Nervenzellen zugrunde, die Dopamin enthalten. Diese Nervenzellen liegen in der sogenannten Substantia nigra, einem Hirnbereich, der vor allem für die Planung und Steuerung von Bewegungen wichtig ist. Der Dopaminmangel führt dazu, dass die Motorik nicht mehr planmäßig funktioniert.

Welche Symptome verursacht Morbus Parkinson?

Die gestörte Planung der Bewegung führt zu langsamen Bewegungen, einer starren Muskulatur und einem Zittern der Extremitäten während körperlicher Entspannung (sogenannter „Ruhetremor“). Betroffene gehen langsam und in kleinen Schritten, den Oberkörper beugen sie oft leicht nach vorne. In frühen Stadien der Erkrankung berichten Parkinson-Erkrankte häufig über einen verminderten Geruchssinn. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu Schluckstörungen, einer starren Mimik und einer leisen Stimme kommen. Zudem können Erektionsstörungen, Schlafstörungen und psychiatrische Symptome wie zum Beispiel Verstimmungen oder Angststörungen auftreten.

[Bild 2]: Beim Morbus Parkinson kommt es oft zu einem Zittern der Hände, sodass alltägliche Bewegungsabläufe gestört werden.

Wie diagnostiziert man die Krankheit?

Meistens kann die Krankheit anhand der klinischen Symptome diagnostiziert werden, weshalb ein spezifischer Test im Regelfall nicht nötig ist. Oftmals dauert es jedoch eine lange Zeit, bis Betroffene ihre Diagnose erhalten, da ihre Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Stand heute (2020) ist Morbus Parkinson nicht heilbar. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Medikamenten, die die Symptome der Krankheit lindern und den Verlauf verlangsamen können. So kann der Leidensdruck für Betroffene abgemildert werden. Da beim klassischen Parkinson-Syndrom der Dopaminmangel eine ursächliche Rolle spielt, erhalten Betroffene eine Vorstufe des Dopamins, das sogenannte L-Dopa, oder andere dopaminähnliche Stoffe. Wenn die erkrankte Person gut auf die Medikamente anspricht, ist nahezu eine normale Lebenserwartung möglich.

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