Rehago

Rehago | Ergotherapeutin

Was ist eigentlich Ergotherapie?

Ergotherapie?
Ja schon gehört. Sowas wie Physio oder?
Ähmm -, Jein? Nein!

Optimaler Weise arbeitet die Ergotherapie und die Physiotherapie eng zusammen.

Die beiden Berufe haben jedoch unterschiedliche Kerngebiete in der gemeinsamen Versorgung von Personen. Die Ergotherapie hat die menschliche Betätigung im Blick. Die Physiotherapie beschäftigt sich vorwiegend mit der Bewegung des Menschen.

Die übergeordnete Aufgabe der Ergotherapie ist es:

Alters- und alltagsrelevante Voraussetzungen zu schaffen, dass Menschen Betätigungen ausführen können.

Es handelt sich um Dinge, die sie tun muss, tun will oder von ihr erwartet werden zu tun.

Dabei überprüft die Ergotherapie zeitgleich die Person, die Betätigung und die Umwelt. (Quelle: DVE, Manual ETpro, in press 2020)

Rehago | VR Spiegeltherapie | Mann im Rollstuhl bei Training mit Therapeutinnen

Das Geheimnis „was ist eigentlich Ergotherapie“ wird gelüftet.

Alles was Sie in Ihrem Alltag tun kann als Betätigungen angesehen werden. Von der einfachen Handlung wird es zur Betätigung, wenn Sie bemerken wie wichtig das Tun Ihnen ist. Meist bemerken Sie dies erst, wenn Sie eine bestimmte Betätigung nicht mehr ausführen können. In Gesprächen und durch Beobachtungen findet die Ergotherapeutin heraus, welche Betätigungen Ihnen wichtig sind. Anschließend suchen Sie mit der Therapeutin nach Wegen, um diese Dinge wieder bewältigen zu können.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Sie können Ihren Morgendlichen Kaffee nicht mehr wie gewohnt genießen.

Dieser morgendliche Kaffeegenuss ist das, was Ihren Tag zu einem guten Tag macht. Ganz gleich was Ihnen dieser Tag bringen mag.

Während des Klinikaufenthaltes sucht die Ergotherapeutin das Gespräch mit dem Personal. Sie arrangiert etwas, so dass Sie Ihrer morgendlichen Kaffeeroutine nachgehen können.

Sind Sie zu Hause und es funktioniert nicht mehr auf dem Weg wie früher? Sucht die Ergotherapeutin mit Ihnen Möglichkeiten die Routine zu verändern. Es entsteht wieder ein bedeutungsvolles Tun für Sie.

Die Ergotherapie hat in ihrem Behandlungsansatz immer mindestens drei Möglichkeiten:

  1. mit Ihnen zu trainieren (Person),
  2. Ihre Art Kaffee herzustellen zu verändern (Umwelt) oder
  3. mit Ihnen eine andere morgendliche Routine zu erarbeiten (Betätigung).

Rehago | Thieme Group | Person Environment Occupation (PEO) Model

Quelle: Thieme Group

Wo arbeiten Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten?

  • Rehabilitationskliniken
    • neurologische, orthopädische oder psychosomatische
  • Krankenhäuser
  • Palliativmedizin
  • Psychiatrien
  • Ambulant arbeitende Praxen
  • Sozial Pädiatrische Zentren
  • Werkstätten für Menschen mit Behinderung
  • Kindergärten und Schulen
  • Für Städte, Kommunen und Gemeinden.

Im Rahmen der Krankenkassen haben Sie Zugang zur Ergotherapie über eine Verordnung. Nähere Information für Ihren Weg zur Ergotherapie finden Sie hier: https://dve.info/ergotherapie/infos-fuer-patienten

Womit arbeiten Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten

Ergos sind eine Art MacGyver

Der Behandlungsprozess in der Ergotherapie ist angelehnt an den der Medizin. Zuerst informiert sich die Therapeutin in einem Anamnesegespräch über Ihre Anliegen. Sie befundet Sie mit typischen ergotherapeutischen Beobachtungen und Gesprächen. Daraus erstellt sie eine ergotherapeutische Diagnose und kann eine Behandlungsprognose abgeben. Gemeinsam entwickeln Sie den zeitlichen Verlauf Ihres Behandlungsplanes. Während Ihrer Therapiezeit beschäftigt sich die Therapeutin mit Ihrem konkreten Tun. Sie erarbeiten Tagesabläuft wie Sie Übung und Training in Ihren Alltag integrieren können. Zum Behandlungsende überprüft die Therapeutin Ihre Fertigkeiten. Dadurch kann der Erfolg der Therapie festgestellt werden.

Schon gewusst?

Die Ergothapieausbildung war bisher kostenpflichtig und ist jetzt in vielen Bundesländern „schulgeldfrei“. Zudem können Lernende einen Bachelor-Abschluss als Ergotherapeutin erwerben. Siehe: DVE

Die Ergotherapie ist eine evidenzbasierte Methode. Nutze Ergotherapie und dein Leben gewinnt an Lebensqualität und Wohlbefinden. Siehe: Patientenleitlinie

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